Verschlüsselte E-Mails oder Nachrichten ohne Absender: Wir erklären, wie Sie im Netz E-Mails verschicken, ohne dass man solche Post auf Sie zurückführen kann.

Wenn Sie anonyme E-Mail versenden möchten, die man nicht mehr auf Sie zurückführen kann, dann geht das nicht mit einem normalen Account bei Gmail, GMX oder bei der Telekom. Für solche Zwecke gibt es spezielle Anbieter und ein paar Tricks, um die Privatsphäre des Absenders zu schützen und seine Identität zu verstecken.

Um dabei hundertprozentige Anonymität zu erreichen, müssen Sie darauf achten, einen E-Mail-Provider zu verwenden, der Ihre Nachrichten verschlüsselt. Auch sogenannte Wegwerf-Adressen („Trashmail“) sind fürs anonyme Mailing geeignet. Um jeden digitalen Fingerabdruck zu vermeiden, sollte man bei beiden Varianten zusätzlich einen VPN-Dienst (Virtual Private Network) oder einen Tor-Browser nutzen. Denn nur so kann man sicher gehen, dass die eigene IP-Adresse nicht doch irgendwo in den versendeten E-Mails oder in den Log-Dateien der Service-Provider auftaucht und auf Sie zurückgeführt werden kann.

Die besten VPN-Dienste stellen wir Ihnen in diesem Beitrag vor.

Solange Sie sich nicht mit staatlichen Organen oder Sicherheitsbehörden anlegen, ist der zusätzliche Umweg über ein VPN oder Tor nicht unbedingt notwendig. Denn Ihre IP-Adresse lässt erstmal nur Rückschlüsse auf Ihren Provider sowie eine sehr grobe Lokalisierung zu. Um IP-Adressen auf einen Internet-Anschluss zurückzuführen, muss der dabei genutzte Internetprovider nämlich Log-Dateien offenlegen und das ist in Deutschland nur per Gerichtsbeschluss erlaubt. Im Ausland und besonders in totalitären Regimen kann das natürlich anders aussehen. Sehen wir uns die verschiedenen Möglichkeiten für anonymes Mailing einmal genauer an.

Bitte beachten: Anonyme E-Mails dürfen nur für seriöse Zwecke genutzt werden. Also nicht für Spam, Stalking, Phishing, Beleidigungen oder Ähnliches. Solche Aktivitäten sind illegal und führen – völlig zu Recht – zu Strafverfolgung. Es gibt aber natürlich viele legale und legitime Gründe, anonyme E-Mails zu schreiben: Etwa um der Verfolgung durch Staatsorgane in totalitären Regimen zu entgehen, um sich vor Datenkraken wie Google zu schützen oder um als Aktivist tätig zu werden, ohne Repressionen oder Verfolgung fürchten zu müssen. Auch um den Finanzbehörden oder den Beamten der Strafverfolgung einen diskreten Tipp zu geben (Whistleblowing) sind solche E-Mails manchmal notwendig.

Anonymität „light“: Neue E-Mail-Adresse oder Wegwerf-Mails

Eine schnelle, einfache, aber auch nicht wirklich sichere Methode zum Versenden anonymer E-Mails, besteht im Einrichten eines neuen E-Mail-Accounts. Den sollten Sie dann aber auch nur für solche Zwecke nutzen. Ein neues Konto bei Gmail, GMX oder Yahoo ist mit wenigen Klicks eingerichtet. Solange niemand weiß, wem ein solcher Account gehört, werden Sie anhand von Nachrichten, die Sie dort versenden, auch nicht identifiziert.

Im Quelltext solcher E-Mails lässt sich mitunter aber die IP-Adresse des Absenders ermitteln. Ohne behördliche Befugnis und richterlichen Erlass gibt die IP zwar noch keine eindeutigen Informationen über Sie preis, um stichhaltige Anonymität zu erreichen, eignet sich diese schnelle und einfache Methode aber dann schon nicht mehr.

Wegwerf-E-Mail-Adressen nutzen

Mit E-Mail-Adressen zum Wegwerfen können Sie noch schneller anonyme E-Mails versenden, ohne dafür erst ein Konto einrichten zu müssen. Besonders, wenn Sie sich bei einem Dienst im Internet oder bei einer App per E-Mail anmelden müssen, ist das eine bequeme und schnelle Methode. Werbung oder Spam im Postfach muss man damit nämlich im Anschluss nicht fürchten, Ihre E-Mail-Adresse wird hier ja nur vorübergehend vergeben und binnen einiger Tage oder Stunden wieder gelöscht. Typische Anbieter für solche Dienste sind beispielweise:

5ymail
anonymailer
anonymousmail
EmailOnDeck
spoofmail
MĂĽllmail
Guerrilla Mail
W3 Anonymous Remailer

Manche Service-Provider und App-Entwickler haben solche E-Mail-Adressen allerdings auf schwarze Listen gesetzt und verweigern gegebenenfalls die Zusammenarbeit. Probieren Sie dann einfach mehrere Adressen bzw. Anbieter aus, meistens klappt es nach ein paar Versuchen. Beachten Sie auch, dass die Provider solcher Dienste sehr darauf bedacht sind, dass man sie nicht fĂĽr illegale Zwecke missbraucht. Nachrichten und IP-Adressen werden von manchen Webseiten deswegen ausdrĂĽcklich gespeichert.

Größte Sicherheit und maximale Anonymität mit VPN oder Tor-Browser

Das höchste Maß an Anonymität erhalten Sie beim E-Mailen, wenn Sie die zwei stärksten Funktionen für Ihren Datenschutz kombinieren: Einen sicheren E-Mail-Service und einen VPN-Dienst, der auf das Anlegen von Protokollen verzichtet (No-Log-Policy). Denn E-Mail-Provider wie Protonmail sorgen erstmal nur dafür, dass Ihre Nachrichten verschlüsselt übertragen werden und nicht von Dritten mitgelesen werden können.

Die Verwendung eines sicheren VPN-Dienstes garantiert, dass die beim Mailing verwendete IP-Adresse nicht mehr auf Sie zurückgeführt werden kann. Selbst wenn böswillige Akteure den Datenschutz des E-Mail-Providers knacken, führen die dabei gewonnen Informationen also ins Leere. Wichtige Voraussetzung: Sie nutzen solche E-Mail-Dienste ausnahmslos mit einem diskreten VPN-Service.

Noch sicherer als mit einem VPN sind Sie mit einem Tor-Browser unterwegs. Daten werden dabei verschlĂĽsselt ĂĽber mehrere Knotenpunkte (dezentral) ĂĽbertragen. Das verspricht ein besonders hohes MaĂź an Sicherheit und Datenschutz. Tor ist zudem kostenlos, bietet in aller Regel aber auch eine geringere DatenĂĽbertragung als ein kostenpflichtiges VPN.

Quelle: www.pcwelt.de